Das Problem heißt Rassismus – Demonstration gegen die rassistische Mobilisierung auf dem Normannenhaus

Am 06.11. rufen wir als Marburger Bündnis gegen Rechts zur Demonstration unter dem Motto „Das Problem heißt Rassismus! – Nazi-Villen dichtmachen! Grenzen öffnen! mit anschließender Kundgebung auf. An dem Tag lädt nämlich die Nazi-Burschenschaft Normannia-Leipzig zu einem Vortrag des Kapitäns des Schiffes “C-Star” auf ihr Haus ein. Mit diesem Schiff versuchte die faschistische “Identitäre Bewegung” 2017 unter dem Label “Defend Europe” die Seenotrettung von Menschen auf dem Mittelmeer zu verhindern. Dieser Verherrlichung menschenfeindlicher und rassistischer Ideologien wird das Marburger Bündnis gegen rechts entschieden entgegentreten!

Samstag, den 06.11., 18 Uhr
Auftaktkundgebung am Erwin-Piscator-Haus Marburg

Worum es geht:
Am 06.11. lädt die Burschenschaft Normannia-Leipzig zu Marburg zu einer Veranstaltung um das Thema Migration und internationales Seerecht auf ihr Haus ein. Unter dem Deckmantel eines scheinbar harmlosen Vortrags will die Nazi-Burschenschaft ihre Vorstellungen eines völkischen Gesellschaftsumbaus verbreiten. Die Normannia-Leipzig versucht damit neue Leute in ihr bisher fast leeres Haus zu holen. Zeitgleich ist es Anlass für sie, ihre Rolle im völkischen Netzwerk zu festigen, das den Rechtsruck vorantreibt.
Der geladene Referent ist Alexander Schleyer. Er ist Corpsstudent der Hansea in Wien und Teil des österreichischen Ablegers der sogenannten „Identitären Bewegung“ (IB), einer Ansammlung von faschistischen Möchtegern-Bewegern (1). Wenn er sich nicht grade in archaischen Männlichkeitsbildern suhlt oder im Netz von seinem Faible für Schusswaffen schwadroniert, versucht er sich als Lyriker und Autor (2). Im neofaschistischen Antaios Verlag des extrem rechten Verlegers Götz Kubitschek hat er ein Buch über die sogenannte Mission „Defend Europe“ an Bord des Forschungsschiffes C-Star veröffentlicht. Diese „Mission“ aus dem Jahr 2017 war einer der vielen Publicity-Stunts der Identitären, bei dem einige Kader der IB ein Schiff charterten, um damit im Mittelmeer eine neue Bühne für ihre faschistischen Bestrebungen zu finden. Das Label „Defend Europe“ ist dabei eine Chiffre für einen völkischen Gesellschaftsumbau, welcher mit der Inszenierung im Mittelmeer eine nahtlose Übersetzung der gleichen rassistischen Politik findet.
Wie bei den anderen Marburger Burschenschaften im Dachverband der Deutschen Burschenschaft gilt auch bei der Normannia-Leipzig:
Sie hat kein Nazi-Problem, sie ist ein Nazi-Problem (3)! Dies zeigt sie zum BeispieIBl auch darin, dass sie am 08. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, den gefallenen Burschen auf Seiten des NS-Regimes gedachte. Zwar spielt sie, wie auch ihre Marburger Schwesterverbindungen Germania und Rheinfranken, in der Stadtöffentlichkeit keine ernstzunehmende Rolle mehr, ist aber als Veranstaltungs- und Rückzugsort ein wichtiger Baustein für die extrem Rechte Bewegung in Mittelhessen und darüber hinaus. Diese Funktion, die auch schon die Germania hier erfüllt hat, speist sich aus dem Selbstverständnis der Burschen, als „Elite“ an der Spitze des rassistischen Mobs überall dort aufzuschlagen, wo es gegen Geflüchtete, gegen Gleichstellung der Geschlechter, im Kern also gegen eine offene und plurale Gesellschaft der Vielen geht (4). Die Nazivillen in Marburg avancieren zu einer der wichtigen Netzwerkstellen, wo sich die extreme Rechte die Klinke in die Hand gibt. Aber nicht mit uns!


Überlassen wir die Stadt nicht unwidersprochen den faschistischen Kräften. Bieten wir ihnen die Stirn! Treten wir in Marburg ein für die Emanzipation und ein solidarisches Miteinander – wir stehen ein gegen Rassismus! Wir unterstützen zivile Seenotrettung und fordern sichere Fluchtwege.
Das Bündnis gegen Rechts ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Initiativen, Gruppen, Parteien, Gewerkschaften und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Uns verbindet das Streben für eine offene, vielfältige, solidarische und emanzipierte Gesellschaft und gegen Rassismus, Ausgrenzung und faschistisches Gedankengut.

Kommt deshalb am 06.11. um 18 Uhr mit uns auf die Straße, wenn es heißt „Das Problem heißt Rassismus! – Nazi-Villen dichtmachen! Grenzen öffnen!“

Zum Weiterlesen:
(1)https://www.akweb.de/ausgaben/653/kurze-wege-und-brueder-im-geiste/
(2)https://recherchewien.nordost.mobi/2014/12/tuerchen-nr-1-alexander-schleyer/
(3)https://lotta-magazin.de/ausgabe/76/verbobene-seilschaften
(4)https://stadtlandvolk.net/?p=183